Die Nacht der kargen Worte und knappen Töne. Aber auch eine Nacht des kunstvollen Schwelgens in einer melancholischen Stimmung ohne Gleichen. Nach dem ganz ganz dezent swingenden Jazz-Trio Lars Vegas mit einem wunderbar schmelzend-traurigen Gesang und zarter Gitarrenunterstützung war dann kurz nach 23 Uhr im Café Glocksee endgültig die sich selbst genügsame Kunst der Langsamkeit eingekehrt. Das britische Quartett Savoy Grand verblüffte durch fast schwerelose Töne, die auch die ignoranten Vielquatscher bald still werden liessen und den Zauber einer höchst entspannten Tonlandschaft verbreiteten. Mal ganz wenig Trompete, mal ein bisschen Vibraphon, alles leise, leise – wie auch die feine, schwebende und sehr emotionale, ja herzergreifende Stimme von Frontmann Graham Langley nur noch zu einer fantastischen Stimmung beitrug, die sich nur selten in einer solchen Eindringlichkeit präsentiert. Savoy Grand sind etwas ganz Besonderes, eine in der heutigen Zeit selten gewordene Spezies, die mehr Fans und mehr Zuspruch verdient hätte – aber gottseidank keine aussterbende Art, denn ihre aktuelle CD "Burn The Furniture" ist erfolgreich an den Start gegangen.


