Vor grauen Urzeiten, als Jazzfunk noch heiß war und ebenso gehandelt wurde, da stand der brodelnde Brit-Funk in höchster Blüte. Level 42 und Shakatak hatten Hit nach Hit und die ganze Welt swingte zu den lockeren Tönen, dickdaumigen Bass-Tönen und perlenden Synthie-Klängen. So halbwegs die achtziger Jahre hindurch hielt das an – und dann kamen härte Töne, Techno, House. Der Rest ist Geschichte. Was viele Leute wohl auch von Shakatak dachten. Doch weit gefehlt. Die haben munter weiter ihren entspannten Sound zelebriert, Alben produziert und in Japan tüchtig abgeräumt. Bloß in Europa – Ausnahme ihre Heimat Britannien – wurden sie halbwegs vergessen. So war die Spannung groß, was die Jazzfunk Helden wohl in der Expo Beat Box zu präsentieren hatten. Würde es immer noch “Easier Said Than Done”, “Night Birds”, “Down On The Street”oder gar “Mr. Manic & Sister Cool” sein? Alles das und mehr, denn die leicht in die Breite gegangenen Hitparaden-Könige der Achtziger zeigten meist nicht allzu viel Lust auf die alten Hits (so schön sie auch sein mögen) und lebten erkennbar auf, wenn es an unbekannteres Material ging. Da zeigten sie – fast in Originalbesetzung – was an Melodien und guten Grooves noch in ihnen steckt. Denn ein Händchen haben sie (und Hauptkomponist Bill Sharpe) für gute Popmusik – gar keine Frage. Muntere Sprenksel von den Keyboards, glockenhelle Satzgesänge der Damen und die immer noch sehr agile Frontfrau Jill Saward, ließen die Besucher der Beat Box nach halbwegs 90 Minuten nach noch mehr Jazzfunk-Kraftfutter jubeln, waren die noch immer hungrig auf die zuckersüß ins Ohr perlenden Wohlfühl-Songs. Klar, so ein bißchen fehlte der letzte Kick zum wirklich großen Konzert, doch das ist bei soviel gute Laune leicht verziehen.


