Die Aussage ist eindeutig: "Bei uns werdet Ihr niemals eine Gitarre, ein Schlagzeug oder das Wummern eines Bass hören". Klar, denn Icon Of Coil gehört zur Fraktion EBM (Electronic Body Music), der Musik bei der Techno und House ihre Wurzeln haben. Doch echte EBM-Jünger möchten in die Schublade auf keinen Fall gesteckt werden – ebenso wenig wie die Norweger, die seit sechs Jahren ihre Synthesizer mit Sounds füttern, die weit abseits der monotonen Klänge des Techno liegen. Die Tradition ist auch eine andere, denn EBM hatte schon in den achtziger Jahren erste Höhepunkte (damals vornehmlich aus Belgien kommend) und verstand sich seinerzeit schon als Donnerwetter, das den Körper mit fetten, aber variablen Beats durchschüttelt. Das Trio, gerade auf 30-Tage-Tour quer durch Europa, versteht denn auch bestens diesen Ursprung aufzunehmen und entfaltet ein energiegeladenes Spektakel voller Licht und Töne, das keinen der Fans im Musikzentrum mehr ruhig bleiben lässt. Einige wenige melodiöse Elemente brechen das elektronische Gewitter auf geschickte Weise – und zeigen die Kunst mit (etwas pathetischem) Gesang und viel Bits und Bytes ein fulminantes Konzert abzuliefern.


