George Clinton und seine P-Funk-Protagonisten wären stolz auf diese Combo. Denn Fishbone machen grosse Kunst, die Kunst des Crossover – und das schon lange Jahre, lange bevor dieses Genre so hieß. Was Clinton mit Funk zelebriert, lässt der schwarze amerikanische Fünfer mit Ska entstehen: eine ganz und gar unbändige Mischung aus allem, was sonst noch aus diversen Stil-Schubladen zu ziehen ist. Mit Spaß am unbezähmbaren, zügellosen Experimentieren sind die Herren seit 1979 am Start, ihren Fans und der Fachwelt zu zeigen, wo Bartel den musikalischen Most herholt. Neben einer energischen Ska-Variante, werden Metal-, Funk- und Punkanleihen munter in diesen Energie-Cocktail gemischt, selbst der Jazz ist nicht weit – und dies alles mitunter in einem einzigen Song! Dazu kommt eine unglaubliche Bühnenpräsenz der großartigen Fishbone-Filous, die wild und wahrhaft ungestüm auf der Bühne toben, Gitarren traktieren, den Saxofonen und Cornetts schräge, kraus gewickelte Töne der besonderen Art entlocken, dabei in einer komplett ungezügelten Weise die Grenzen überschreiten – so als seien ihnen Stile und Genre komplett gleichgültig. Aufrechtes Crossover halt.


