Der Mann macht sich das Leben wahrlich nicht leicht, kommt nach fünf Jahren mal wieder auf Tour vorbei, das neueste Album seit 1997 gerade zehn Tage auf dem Markt („Heart Of The Matter“) – und setzt doch auf einen großen Laden wie das Capitol. Andrew Roachford, der Londoner Spezialist für Soul, Songs voller Liebe und sonnige Stücke, ist zweifellos weit ab von einer gradlinigen Karriere seit seinem Start 1988 – und doch gelingt ihm permanent zu beweisen, wie weit er eigentlich sein sollte. Denn Roachford ist ein Mann der zeitlosen Kompositionen – geschätzt von Musikerkollegen wie U2, den Stones oder Oasis, ebenso wie von Radio-Redakteuren aber auch von Kaufhausbeschallern – der mit großem Herzen intelligente Kompositionen schafft. Die besitzen gleichzeitig einen erstaunlich massenkompatiblen Pop-Appeal, der sich aber leider (auch an diesem Abend) nicht in Konzertbesucher umsetzt. Schade, denn die (musikalische) Vielfalt seiner Londoner Heimat drückt sich in allen Stücken aus, kennzeichnet diesen Mann als ganz Großen im Geschäft.


